Growraum-Klima: Entfeuchtung, Befeuchtung und Kühlung gemeinsam auslegen
Entfeuchtung, Befeuchtung und Kühlung werden zusammen ausgelegt, ausgehend von einer Wasserlast in Litern pro Tag und einer Wärmelast in Kilowatt. Niemals ausgehend von einer Grundfläche.
Die Wasserbilanz bestimmt die Entfeuchtung
Eine Kultur gibt über die Transpiration den größten Teil dessen wieder ab, was ihr über die Bewässerung zugeführt wird: 1 bis 5 Liter je Quadratmeter und Tag, je nach Art, Stadium und empfangener Strahlung. Diese täglich der Luft zu entziehende Wassermenge bestimmt die zu installierende Leistung, nicht eine auf einem Datenblatt genannte abgedeckte Fläche. In einer bestehenden Anlage genügen die Erfassung der Bewässerung und der Drainage, um sie zu ermitteln.
Wärmebilanz: drei Posten, die gegeneinander arbeiten
Auf der Wärmeseite landet nahezu die gesamte installierte elektrische Beleuchtungsleistung als Wärme im Raum, hinzu kommen Motoren, Personen und im Gewächshaus die Solareinträge. Die beiden Bilanzen sind nicht unabhängig:
- ein Kondensationsentfeuchter erwärmt die Luft, die er behandelt: Er gibt die Verflüssigerwärme und die Verdichterarbeit wieder ab;
- eine Klimaanlage entfeuchtet, solange sie kühlt, und schaltet ab, sobald der Temperatursollwert erreicht ist — genau in dem Moment, in dem die relative Feuchte weiter steigt;
- die adiabate Befeuchtung kühlt: 7 Liter Wasser je Stunde zu verdunsten entzieht der Raumluft rund 4,5 bis 5 kW.
Eine Regelung, die diese Posten getrennt steuert, lässt sie sich gegenseitig aufheben. Befeuchtung und Entfeuchtung müssen mit ausreichendem Totband gegeneinander verriegelt sein, und die Sollwerte werden besser als Dampfdruckdefizit denn als relative Feuchte allein formuliert.
Befeuchten ohne zu kontaminieren
Das einzige dieser Ebene unmittelbar zugeordnete Gerät ist ein Ultraschallbefeuchter mit 7 L/h und wechselbaren Keramikmembranen. Ein Ultraschall-Nebler zerstäubt das Wasser mit allem, was darin enthalten ist: Kalk, gelöste Salze, Mikroorganismen. Osmosewasser ist hier keine Verfeinerung, sondern Betriebsvoraussetzung — ohne es entstehen weiße Beläge auf dem Blattwerk und Verkalkung der Membranen. Die Wannenpflege ist eine Frage der Hygiene: Stehendes Wasser in einem besetzten Raum zu vernebeln schafft ein Gesundheitsrisiko.
Was in der Planung entschieden wird, nicht bei der Lieferung
- Redundanz: zwei Maschinen halber Leistung statt einer einzigen, damit ein Ausfall nicht das Klima eines ganzen Raums kostet.
- Kondensat: Schwerkraftablauf, sobald das Gefälle es zulässt, sonst eine Hebeanlage, mit einem zugänglichen Kontrollpunkt.
- Betriebskosten: Effizienz in Litern je Kilowattstunde auf der Entfeuchtungsseite, EER auf der Kälteseite — bei Maschinen, die ganzjährig laufen.
Die auf diesem Zweig tatsächlich verfügbare Technik findet sich in der industriellen Entfeuchtung. Der Luftwechsel, der dritte Hebel des Raumklimas, wird über den erforderlichen Volumenstrom in m³/h berechnet und mit der Druckverlustkennlinie des Kanalnetzes abgeglichen. Für den nicht gewerblichen Einsatz deckt die Rubrik Klimamanagement den üblichen Bedarf ab. Diese Rubrik gehört zum Profi-Equipment für den Indoor-Anbau.