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Drucksprüher

Sprühen heißt nicht einfach "die Blätter nass machen". Im Indoor-Anbau ist es der Handgriff, mit dem du deine Pflanzen über das Blatt ernährst, Schädlingen vorbeugst, die Luftfeuchtigkeit rund um Stecklinge hältst und ein sauberes Blattwerk bewahrst, das jedes Photon deiner LEDs aufnehmen kann. Vorausgesetzt, du benutzt den richtigen Sprüher zum...

Sprühen heißt nicht einfach "die Blätter nass machen". Im Indoor-Anbau ist es der Handgriff, mit dem du deine Pflanzen über das Blatt ernährst, Schädlingen vorbeugst, die Luftfeuchtigkeit rund um Stecklinge hältst und ein sauberes Blattwerk bewahrst, das jedes Photon deiner LEDs aufnehmen kann. Vorausgesetzt, du benutzt den richtigen Sprüher zum richtigen Zeitpunkt.

Warum im Indoor-Anbau sprühen?

Unter LED-Licht leben deine Pflanzen in einer geschlossenen Umgebung, in der nichts von allein passiert: kein Regen, kein Morgentau, keine Nützlinge. Das Sprühen ersetzt das, was die Natur draußen selbst erledigt. Es erfüllt vier ganz konkrete Aufgaben.

Über das Blatt düngen

Die Blattunterseite ist mit Spaltöffnungen übersät, die eine verdünnte Nährlösung direkt aufnehmen. Das ist der schnellste Weg, einen sichtbaren Eisen-, Magnesium- oder Calciummangel zu beheben: Während eine Korrektur über die Wurzel fünf bis zehn Tage braucht, wirkt eine Blattdüngung oft schon nach 48 bis 72 Stunden. Arbeite immer stark verdünnt, mit einem Viertel bis der Hälfte der Wurzeldosis, um das Blattgewebe nicht zu verbrennen.

Behandeln und vorbeugen

Spinnmilben, Thripse, Blattläuse, Echter Mehltau: Im Innenraum explodiert ein Befall binnen weniger Tage, weil kein natürlicher Feind die Population reguliert. Neemöl, Schmierseife, Netzschwefel, Bacillus thuringiensis — all diese Mittel werden mit dem Sprüher ausgebracht, und vor allem unter den Blättern, wo sich die Schädlinge verstecken und ihre Eier ablegen. Eine vorbeugende Behandlung alle ein bis zwei Wochen in der Wachstumsphase kostet deutlich weniger als eine Notfallbehandlung mitten in der Blüte.

Luftfeuchtigkeit für Jungpflanzen

Ein Steckling hat noch keine Wurzeln: Er überlebt allein durch das Wasser, das er über die Blätter aufnimmt. Ein leichter Sprühnebel morgens und abends in einem Mini-Gewächshaus bei 70-80 % relativer Luftfeuchte entscheidet darüber, ob der Steckling anwurzelt oder am dritten Tag welkt. Dasselbe gilt für frisch aufgelaufene Sämlinge.

Das Blattwerk reinigen

Staub, Salzrückstände und Kalkablagerungen bilden einen Film, der die Photosynthese bremst. Ein Abspülen mit klarem Wasser bei ausgeschaltetem Licht gibt der Pflanze den gesamten PPFD zurück, den du über den Strom bezahlst. Gleichzeitig ist es die beste Gelegenheit, erste Spinnmilbengespinste unter den Blättern zu entdecken.

Wann und wie unter LED sprühen

Niemals bei eingeschaltetem Licht. Das ist Regel Nummer eins. Jeder Tropfen auf einem Blatt wirkt wie eine Lupe, die den Lichtstrahl bündelt: Das Ergebnis sind punktuelle Verbrennungen, die häufig mit einem Nährstoffmangel verwechselt werden. Sprühe direkt nach dem Ausschalten der LEDs oder 15 bis 30 Minuten davor, damit das Blattwerk im Dunkeln abtrocknet.

Achte auf die Lösung. Ziel ist ein pH-Wert zwischen 6,0 und 6,5 und Wasser bei Raumtemperatur, 18 bis 22 °C. Zu kaltes Wasser schockt das Blattgewebe, zu hartes Wasser hinterlässt einen weißen Schleier. Filtere deine Mischung immer, bevor du den Tank befüllst — Schwebstoffe sind es, die die Düsen verstopfen.

Ziele auf die Blattunterseite. Dort sitzen die Spaltöffnungen, und dort leben die Schädlinge. Ein Sprüher mit verstellbarer Düse oder schwenkbarer Lanze lässt dich unter das Blattdach gelangen, ohne Triebe abzuknicken.

In der Vollblüte aufhören. Ab der zweiten oder dritten Blütewoche solltest du die Blüten gar nicht mehr besprühen. Zwischen den Blättchen eingeschlossene Feuchtigkeit öffnet Botrytis, dem Grauschimmel, Tür und Tor — er ruiniert eine Ernte in 72 Stunden. Ist eine Behandlung wirklich nötig, erfolgt sie im Wachstum oder ganz zu Beginn der Blüte.

Danach lüften. Lass die Luftumwälzung laufen. Blattwerk, das länger als ein bis zwei Stunden nass bleibt, wird zum Nährboden für Pilze. Ein feiner Nebel trocknet deutlich schneller als ein grober Strahl, der bis ins Substrat abläuft.

Welcher Sprüher passt zu deinem Grow?

Das passende Modell hängt vor allem von der zu behandelnden Fläche und der Dauer deiner Sprüheinsätze ab.

Bis vier oder fünf Pflanzen, gelegentlicher Einsatz. Ein Handsprüher mit Abzug reicht aus. Der Triggersprüher 1 Liter Ribimex ist das typische Zweitgerät: leicht, mit durchsichtigem Behälter zur Füllstandskontrolle, ideal für einen Steckling, eine punktuelle Behandlung oder eine schnelle Blattdüngung.

Für längere Einsätze. Sobald du ein ganzes Zelt behandelst, ermüdet der Abzug die Hand. Der Kolbensprüher 1,3 L wird mit wenigen Pumpstößen unter Druck gesetzt und liefert danach mühelos einen gleichmäßigen Sprühstrahl. Der konstante Druck hält die Tröpfchengröße einheitlich — genau das, was eine gleichmäßige Blattbehandlung braucht.

Für präzises Gießen. Die Sprühpistole Water Master spielt in einer anderen Liga: einstellbarer Strahl vom feinen Nebel bis zum gebündelten Strahl, um am Fuß zu gießen, ohne das Substrat auszuspülen, einen Steinwollblock zu befeuchten oder eine bestimmte Stelle im Blattwerk zu erreichen. Das Alltagswerkzeug im LED-Growraum.

Für große Flächen. Jenseits eines einzelnen Zelts, auf mehreren Quadratmetern, im Gewächshaus oder draußen brauchst du Ausdauer. Der TOOLLAND Drucksprüher 8 Liter mit Vordruck wird einmal aufgepumpt, am Gurt getragen, und seine verstellbare Lanze erlaubt durchgehendes Arbeiten, ohne alle fünf Minuten nachzufüllen.

Pflege: die Regel, die Ernten rettet

Spüle Tank, Lanze und Düse nach jedem Einsatz mit klarem Wasser und lasse anschließend einen halben Liter sauberes Wasser durch das System laufen, um Reste auszuspülen. Und vor allem: Mische niemals die Einsatzzwecke. Halte einen Sprüher für Blattdünger bereit und einen zweiten für Pflanzenschutzmittel. Eine Spur Insektizid oder Herbizid in einem Tank, der Dünger ausbringen soll, kann eine ganze Kultur schädigen. Das ist der häufigste und teuerste Fehler — eine simple Beschriftung mit dem Marker verhindert ihn.

Häufige Fragen

Darf man bei eingeschalteten LEDs sprühen?

Nein. Tropfen wirken wie Linsen und bündeln das Licht auf einen Punkt des Blattes, was punktuelle Verbrennungen verursacht, die oft für einen Mangel gehalten werden. Sprühe grundsätzlich bei ausgeschaltetem Licht oder 15 bis 30 Minuten vor dem Ausschalten, damit die Blätter im Dunkeln abtrocknen. Das Risiko besteht bei jeder starken Lichtquelle, LED wie HPS.

Wie oft sollte man im Indoor-Anbau sprühen?

Vorbeugend einmal pro Woche bis einmal alle zwei Wochen während der gesamten Wachstumsphase. Zur Bekämpfung von Spinnmilben oder Thripsen plane drei Durchgänge im Abstand von fünf bis sieben Tagen ein, um den Eiablagezyklus zu durchbrechen. Bei Stecklingen ein leichter Nebel morgens und abends, bis Wurzeln erscheinen. In der späten Blüte wird gar nicht mehr gesprüht.

Welche Sprühergröße für ein Growzelt?

Für ein Zelt von 80×80 oder 100×100 cm reichen 1 bis 1,5 Liter völlig: Du behandelst alles ohne Nachfüllen. Für ein 120×120 oder mehrere Zelte erspart ein Modell mit 2 bis 5 Litern das Hin und Her. Darüber hinaus, im Growroom, Gewächshaus oder draußen, greifst du direkt zu 8 Litern mit Tragegurt.

Handsprüher oder Vordrucksprüher: Was ist der Unterschied?

Der Handsprüher zerstäubt bei jedem Druck auf den Abzug: einfach und sofort einsatzbereit, aber nach wenigen Minuten ermüdend und mit schwankendem Druck. Das Vordruckmodell wird zunächst aufgepumpt und liefert dann einen kontinuierlichen, gleichmäßigen Strahl, solange Druck im Behälter ist. Für viel Blattmasse und gleichmäßige Benetzung gewinnt der Vordrucksprüher immer.

Kann derselbe Sprüher für Blattdünger und Behandlungen genutzt werden?

Davon ist abzuraten. Rückstände von Neemöl, Seife oder Pflanzenschutzmitteln haften auch nach dem Spülen an Wänden und Dichtungen und können mit deiner Nährlösung reagieren oder die Pflanzen stressen. Zwei getrennte, klar beschriftete Sprüher kosten so viel wie eine Mahlzeit und bewahren dich vor dem Verlust einer Kultur.

Blattoberseite oder Blattunterseite besprühen?

Zuerst die Unterseite. Dort sitzen die Spaltöffnungen, also die Aufnahme der Blattdünger, und dort leben und vermehren sich die Schädlinge. Ein Durchgang über die Oberseite rundet die Behandlung ab, aber wer nur die Oberseite benetzt, erlebt den Befall binnen weniger Tage erneut.

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